Auf ein Wort (Artikel)

Hier finden sich kurze Texte, die in den letzten Jahren in Gemeindebriefen, Tageszeitungen oder anderen Medien veröffentlicht wurden. Sie nehmen aktuelle Ereignisse,  Themen des Kirchenjahres oder einen Bibeltext auf:

Durchs Kirchenjahr:
Alles wird gut !
Gut ankommen
Zeit der Engel
Das Freudenlicht des ewigen Lebens
Trau ich der einen Nacht oder den vielen Tagen ?
Auf ein Neues
Die erträgliche Schwere des Seins
Glaube kann aufhören
Vorbereitete Verhältnisse
Kreuz ist Trumpf
Nein, danke, wir sterben nicht!
Die Wirklichkeit der Auferstehung
Es ist unmöglich, nicht zu glauben !
Sommer, Ferien, Urlaub …
Geh aus, mein Herz, und suche Freud
Herbstzeit – Erntezeit – Reifezeit
Evangelisch aus gutem Grund

Andere Themen:
Im Lebenshaus auf Lebensreise
Dabei sein ist alles ?!
Durchschaut
Veränderung ist möglich
Yes, He can !
Reich beschenkt
Was unserer Seele gut tut
Wahrheit ohne Liebe ? Liebe ohne Wahrheit ?
„Wer ist dem, der hilflos war, der Nächste gewesen ?“
Was gilt in der Welt des 21. Jahrhunderts ?
Wo war Gott ?


Es ist unmöglich, nicht zu glauben !

Jeder Mensch glaubt stündlich unendlich viele Dinge, die er nicht nachprüft, sondern er verlässt sich auf die Erfahrungen, Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit anderer. Wer würde und könnte, wenn er nach Mallorca fliegt, vorher genau das Flugzeug auf Flugtüchtigkeit und das Personal auf ausreichende Erfahrung überprüfen ? Wenn wir in ein Flugzeug steigen, dann glauben wir, dass andere Menschen ausreichend für Sicherheit gesorgt haben. Auch wenn wir vielleicht ein mulmiges Gefühl haben, wenn wir das erste Mal fliegen, wir vertrauen unser Leben dennoch anderen Menschen an, die wir nicht einmal kennen. Es geht nicht anders oder man bleibt zu Hause.

Unser ganzer Alltag ist auf diese Weise durchsetzt von Glauben. Nur einen Bruchteil dessen, was wir am Tag ganz selbstverständlich tun, überprüfen wir vorher auf Richtigkeit. Den weitaus größten Teil glauben wir, dass wir uns auf andere verlassen können. Es ist absolut unmöglich, nicht zu glauben.

Morgen werden in unserer und verschiedenen anderen Kirchengemeinden junge Menschen konfirmiert. Viele Monate haben die Konfirmanden grundlegende Dinge des christlichen Glaubens kennengelernt und eingeübt. Nun sollen sie selbst Stellung nehmen, ob sie dem Vertrauen schenken, was sie kennengelernt haben. Konfirmation heißt Befestigung. Kann man sich auf das verlassen, was man kennengelernt hat ? Trägt der christliche Glaube ? Es wird nicht anders gehen, als das man sich auf das verlässt, was schon die ersten Christen in der Bibel und danach bis heute viele andere erfahren haben: der Glaube trägt. Christus ist wirklich auferstanden und lebt und begleitet unser Leben und führt uns zu Gott. Ihm können wir unser Leben anvertrauen. Wir leben von den Erfahrungen der ungezählten Menschen, die vor uns den Glauben erprobt haben. Aber wir werden die Erfahrung, dass der Glaube an Gott trägt, nur machen, wenn wir uns selbst darauf einlassen – so wie wir nur selbst Erfahrungen mit dem Fliegen machen können, wenn wir in ein Flugzeug steigen.

Ich wünsche den Konfirmanden und Ihnen allen den Mut und die Gelassenheit, sich auf den Glauben an Gott einzulassen.  =>nach oben


Geh aus, mein Herz, und suche Freud

Haben Sie ihrem Herzen schon einmal bewusst Ausgang gegeben ? Das empfiehlt jedenfalls der Liederdichter Paul Gerhardt:

Geh aus, mein Herz, und suche Freud
in dieser lieben Sommerzeit
an deines Gottes Gaben;
schau an der schönen Gärten Zier
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben.

Er fordert sein eigenes Herz auf, heraus zu gehen aus allem Trübsinn, allen Sorgen und Ängsten, heraus zu gehen und Freude zu suchen. Ganz bewusst!

Vor kurzem hörte ich von einer Frau, die dabei war, als ich auf einem Sommerfest vor vielen Jahren eine kurze Andacht hielt über das Wort von Jesus: „Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie?“ Während ich selbst diese Andacht schon wieder völlig vergessen hatte, hatte sie sich der Frau unvergesslich eingeprägt, weil es ihren Blick heraus lenkte aus ihren vielen Problemen und Nöten auf den hin, der selbst die Vögel unter dem Himmel versorgt. Sie gab ihrem Herzen daraufhin Ausgang in Gottes gute Schöpfung und fand Freude.

Eine erfahrene Telefonseelsorgerin erzählte mir einmal, dass sie, wenn sie lange mit einem bedrückten Menschen gesprochen hatte und den Sorgen ihr Ohr geliehen hatte, manchmal auch zurück fragte: „Sagen Sie einmal, wo befinden Sie sich jetzt ?“ Wenn sie dann heraushörte, dass ihr Gegenüber mitten am Tag in einem abgedunkelten Zimmer saß, dann sagte sie: „Nun machen sie erst einmal die Vorhänge und das Fenster auf und lassen die Sonne herein !“

Geh aus, mein Herz, und suche Freud !

Unser Herz braucht Freude. Gott weiß das und beschenkt uns vielfältig damit. Die ganze Welt, besonders der schöne Sommer, sollen uns Anlass zur Freude sein. Es sind Gottes gute Gaben. (im Sommer 2006) =>nach oben


Alles wird gut !

Zufällig stieß ich auf einen Text des Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch, der mir den Advent neu erschlossen hat. Ich möchte ihn mit Ihnen teilen und damit einen gesegneten Advent wünschen:

„Alles wird gut – Dezemberpsalm

Mit fester Freude
Lauf ich durch die Gegend
Mal durch die Stadt
Mal meinen Fluss entlang
Jesus kommt
Der Freund der Kinder und der Tiere
Ich gehe völlig anders
Ich grüße freundlich
Möchte alle Welt berühren
Mach dich fein
Jesus kommt
Schmück dein Gesicht
Schmücke dein Haus und deinen Garten
Mein Herz schlägt ungemein
Macht Sprünge
Mein Auge lacht und färbt sich voll
Mit Glück
Jesus kommt
Alles wird gut“
(c) tdv-Verlag

Alles wird gut ! Was für eine Perspektive ! Alles wird gut ! Was uns Schmerzen bereitet, was uns verletzt, was uns Probleme schafft, was uns nieder drückt, was uns traurig macht: es wird der Vergangenheit angehören. Alles wird gut ! Kaum zu glauben. Gegen alle Erfahrung. Zu schön, um wahr zu sein ?! Alles wird gut ? Wirklich ? Warum ? Weil Jesus kommt. Weil er alles heil macht ! Weil er, wie wir singen, Heil und Segen mit sich bringt.

Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer (Sacharja 9,9)

Das ist die Adventsbotschaft. Jesus kommt und alles wird gut. Das verwandelt unseren Alltag. Nichts bleibt mehr beim Alten. Hanns Dieter Hüsch beschreibt, wie er die Welt neu wahrnimmt. Im Lichte des Kommens Jesu verwandelt sich die Welt. Sie bleibt zwar dieselbe. Und doch wird sie anders durch die Ankunft des Kommenden. Die Adventsbotschaft verwandelt den Hörenden und Glaubenden. Die Ankunft von Jesus macht ihm die Welt freundlich und freudevoll. Sie lässt uns erwarten: Alles wird gut !
Wie aber kommt Jesus zu uns ?
Er kommt als Mensch, als Kind zu uns. Das feiern wir Weihnachten.
Er kommt in der Weitergabe seiner Botschaft. Evangelium heißt: Gute Nachricht, frohe Botschaft !
Er kommt im Glauben der Menschen, die ihn kennen und lieben. Er ist in ihnen präsent.
Er kommt in Herrlichkeit, sichtbar für alle Welt. Am Ende aller Zeit.
Er kommt und verwandelt die Welt: die Glaubenden schon jetzt, alles andere zuletzt.
Advent heißt: Jesus kommt ! Alles wird gut !
(im Advent 2005) =>nach oben


Die erträgliche Schwere des Seins

Vorgestern stand ich am Grab eines mir persönlich nahe stehenden Menschen. Nachdem jeder bei der Bestattung in stillem Gedenken noch einmal Abschied genommen hatte, stimmten wir den Choral an:

„Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen,
der große Dinge tut an uns und allen Enden,
der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an
unzählig viel zugut bis hierher hat getan.“

Der Verstorbene hatte es so bestimmt. Am Ende seines Lebens sollte der Dank an Gott stehen. Dabei hatte das Leben es ihm nicht leicht gemacht. Durch das SED-Regime der damaligen DDR ist ihm großes Unrecht zugefügt und alles genommen worden, was er sich über Jahrzehnte mit viel Mühe aufgebaut hatte. In der BRD wurde ihm dann im Alter ein bescheidener Neuanfang ermöglicht. Er ist über seinem schweren Erleben nicht an Gott verzweifelt.

Jesus sagt einmal:“Verkauft man nicht fünf Sperlinge für zwei Groschen? Dennoch ist vor Gott nicht einer von ihnen vergessen. Aber auch die Haare auf eurem Haupt sind alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht; ihr seid besser als viele Sperlinge.“ (Lukas 12,6-7)

Sperlinge waren in der Antike eine Delikatesse und wurden gefangen und auf dem Markt verkauft. Das Bild steht für das Leid, das in der Schöpfung vorhanden ist. Dennoch geschieht all das nicht, ohne dass Gott es weiß. Mitten in allem Schweren ist jeder Mensch von Gott wert geachtet. Gott kennt und ermisst jedes Leid. Er bewahrt uns nicht immer vor Schwerem, aber er trägt uns durch. Ja, er hat selbst das menschliche Leid auf sich genommen und bis ans Ende durchlitten in Jesus Christus. Wir bedenken es jetzt in der Passionszeit. Unser Leiden ist Gott nicht fremd. Aber er hat es überwunden in der Auferstehung Jesu Christi. Er führt auch unser Leid zu einem guten Ende. Im Glauben an Jesus Christus haben wir die Zusage, dass auch unser Leben in Gottes guter Hand ist mitten in allem Schweren. Wir sind wert geachtet in Gottes Augen. Lasst uns das nicht vergessen. Der Dank an Gott darf am Ende über allem stehen.
(im Februar 2005) =>nach oben


Trau ich der einen Nacht oder den vielen Tagen ?

Das Weihnachtsfest liegt hinter uns. Die Geschenke sind ausgepackt und in Gebrauch genommen. Noch liegt etwas vom Glanz des Festes über unseren Zimmern: der Duft des Weihnachtsbaumes, das Licht der Kerzen. Eine große Ruhe herrscht in diesen Tagen. Die Kinder haben Ferien, viele haben Urlaub. Der Blick geht aber schon voraus auf das Jahresende. Was hat uns das zu Ende gehende Jahr gebracht, was wird uns das neue Jahr bringen ?
Gerhard Valentin nimmt in einem neueren Nach-Weihnachtslied diese Stimmung auf: das Fest geht langsam in den Alltag über. Was uns Weihnachten bewegte, wird Vergangenheit. Was bleibt vom Fest ? Wird all das, was Weihnachten ausmacht, wieder vom Alltag eingeholt ? War Weihnachten nur eine vorübergehende Familienidylle am Ende des Jahres ? Oder bleibt etwas Entscheidendes vom Fest zurück – etwas, womit wir leben und letztlich auch sterben können ? Gerhard Valentin stellt sich am Ende seines Liedes die entscheidende Frage: „Trau ich der einen Nacht oder den vielen Tagen ?“ Trau ich dem, was in der Heiligen Nacht, der Weihnacht, geschehen ist: dass der Himmel die Erde berührt und verwandelt hat, dass Gott uns in Jesus endgültig nahe gekommen ist ? Oder gehe ich zur Tagesordnung des Alltags über und vergesse das alles wieder ?
Die Jahreslosung für das neue Jahr 2008 macht uns Mut damit zu rechnen, dass das, was Weihnachten geschah, bis jetzt nachwirkt. Der Christus, der damals geboren wurde, spricht uns zu: „Ich lebe und ihr sollt auch leben !“ ( Joh. 14,19) Weihnachten ist keine Idylle für ein paar schöne Stunden, sondern das Fest, an dem wir den Beginn unserer Rettung aus Schuldverstrickung und Todesverhaftung und die große Perspektive eines Lebens mit und bei Gott feiern. Uns ist der Retter geboren ! Das bleibt, auch wenn wir gefühlsmäßig endgültig im Alltag gelandet sind. (nach Weihnachten 2007) =>nach oben


Kreuz ist Trumpf

– zumindest in der Bibel. Denn Jesus hat für uns am Kreuz alles ausgereizt. Er hat alles daran gesetzt, uns Menschen für Gott wieder zu gewinnen. Er hat gegen den Teufel und alle Mächte gespielt und sein eigenes Leben für uns eingesetzt. Damals vor fast 2000 Jahren in Jerusalem hatte es der Teufel geschafft, alle Politiker und religiösen Führer, – die ( bösen ) Buben und Könige – gegen Jesus auszuspielen: Pilatus, den Hohen Rat, Herodes. Sogar das Volk. Und es schien tatsächlich so, als ob der Teufel gewinnen würde. Jesus war ja tot. Jetzt hatte der Teufel scheinbar freie Bahn und endlich gesiegt. Aber er hatte die Rechnung ohne Gott gemacht. Der hatte noch ein As, mit dem er alles ausstach. Er hat Jesus vom Tod auferweckt. Jesus lebt, der Tod ist überwunden, der Teufel besiegt, die Sündenschuld durch den Tod von Jesus bezahlt. Und wer ihm sein Leben anvertraut, gehört mit zu den Siegern, gehört auf Gottes Seite. Am Kreuz hat Gott in Jesus tr(i)umphiert. Nichts ist mehr stärker als er. Und ihm zu gehören ist das Schönste, was uns im Leben passieren kann. Steht alles in der Bibel. Wie gesagt: Kreuz ist Trumpf. (Passionszeit)=>nach oben


Dabei sein ist alles ?!

Die Ferien gehen zu Ende und es geht wieder los für die Schüler und auch für manch andere. Ein neues Schuljahr, die Ausbildung oder das Studium beginnt, für andere geht es nach dem Urlaub im Beruf weiter. Leistung ist wieder gefragt.

Die Olympischen Spiele in Peking beginnen. Aus mehr als 200 Nationen kämpfen über 10.000 Athleten um olympisches Edelmetall. Jahrelang haben sie trainiert und sich in dieser Saison gezielt auf die Olympischen Spiele vorbereitet, mit ungeheurer Disziplin das Letzte an Schnelligkeit, Kraft und Sicherheit versucht aus ihrem Körper herauszuholen. Jetzt ist zu beweisen, was man kann.

Allein die Leistung zählt, im richtigen Leben wie bei Olympia – oder ? Wer nicht die richtigen Leistungen bringt, wird im Leben wie bei Olympia nicht auf dem Treppchen stehen. Und was machen die, die die Leistung nicht bringen können ? Die nicht Sieger sind ?

Es gilt hier das olympische Motto: Dabei sein ist alles ! Miterleben, wie viele zusammenkommen aus den verschiedenen Nationen. Die besondere Atmosphäre von Olympia genießen, miteinander feiern.

Das olympische Motto gilt auch für unser Leben vor Gott: Auf der einen Seite sollen wir das Beste geben, unsere uns geschenkten Gaben so gut wie möglich entwickeln und zu Gottes Ehre einsetzen. Auf der anderen Seite bestimmt sich unser Wert als Mensch nicht abhängig von unserer Leistung, schon gar nicht im Blick auf Gott. Hier gilt: Dabei sein ist alles. Dabei sind wir als Christen durch den Glauben und die Taufe, dabei sind wir in der großen und bunten Völkerfamilie rund um den Erdball, die sich zu Christus bekennt. Dabei sein heißt, den Glauben im Gottesdienst und in der Gemeinde zu stärken und zu feiern. Dabei sein heißt auch, den Glauben im Alltag zu leben, fair zu sein und füreinander einzustehen.

Christsein schließt gerade diejenigen nicht aus, die im Kampf um die vorderen Plätze keine Chance haben. So wie auch gerade diejenigen, die bei Olympia abgeschlagen als Letzte durchs Ziel kommen und nicht aufgegeben haben, schon oft einen Sonderapplaus bekommen haben. (am Ende der Sommerferien 2008) =>nach oben


Wo war Gott ?

Winnenden – eine Stadt, ja eine ganze Nation im Schock. Fünfzehn Menschen wurden sinnlos getötet und als sechzehnter tötete der Täter sich selbst. Von einem Augenblick auf den anderen wurde das Leben vieler in einen Abgrund von Schrecken, Leid, Trauer, Schmerz und Fassungslosigkeit gestoßen. Die Medien brachten es uns täglich nahe und es berührt viele tief. Es hätte uns oder unsere Kinder ja ähnlich treffen können – man mag es sich nicht ausmalen. Und dann konnte man im Fernsehbericht auf einem selbst gemalten Plakat lesen: „Wo war Gott ?“ Diese Frage taucht ja gerade bei Katastrophen immer wieder auf. Ja, wo war Gott ? Wo war Gott im Leben des Amokläufers ? Hatte er, der ja getauft und konfirmiert wurde, je richtig begriffen, wer Gott ist ? Hatte er eine Ahnung davon, dass Gott ihn liebt und zu ihm steht, auch wenn andere ihn übersehen ? Dass Gott für ihn da ist, auf seine Gebete hört ? Hat er selber Gott eine Chance gegeben, in seinem Leben anwesend zu sein ? Wo war Gott in seiner näheren Umgebung ? Hatte Gott eine Chance, dem späteren Amokläufer durch seine Mitmenschen Annahme und Akzeptanz erfahren zu lassen ? Gab es eine Gemeinschaft von Christen, die ihn stärken und stützen konnte ? Oder war Gott im Leben seiner unmittelbaren Umgebung nur ein blasser Gedanke, der mit dem eigentlichen Leben nichts zu tun hat ? Wo war Gott bei den Verantwortlichen in den Firmen, die gewaltbestimmte Computerspiele herstellen und derjenigen, die sie verkaufen ? Wir könnten unendlich weiter fragen, wo Gott denn eigentlich konkret im Leben seiner Menschen war. Sicher wäre damit noch nicht alles erfragt und gesagt angesichts dieses schrecklichen Geschehens. Ich denke jedoch, eine grundlegende Frage ist damit gestellt: haben wir nicht insgesamt in unserer Gesellschaft Gott viel zu sehr aus unserem Leben ausgeklammert ? Kann er unser Leben überhaupt noch so beeinflussen, dass sein guter Wille zum Zuge kommt ? Und wenn wir uns auf ihn einließen, müsste sich dann nicht einiges ändern ? Wären wir dazu bereit ? Ich denke, es gehört zur Fairness, Gottes Gegenwart nicht nur dann herbei zu zitieren, wenn eine menschliche Katastrophe passiert ist und wenn uns die Folgen eines gesellschaftlichen oder persönlichen Lebens ohne Gott erschreckend vor Augen stehen. Geben wir Gott eine Chance, wieder so in unser Leben hinein zu kommen, dass sein guter Wille unserem Leben Gestalt geben kann. (März 2009)=>nach oben


Auf ein Neues

Ein mit Neuschnee bedecktes Feld, in dem noch keine Spuren zu sehen sind, ein neues Jahr, das frisch und unberührt vor einem liegt, ein neu tapeziertes Wohnzimmer: das ist etwas, worüber man sich freut und das man manchmal ersehnt. Neues ist unverbraucht und frisch. Neues ist oft aber auch eine Herausforderung: etwa eine neue Arbeitsstelle: werde ich mich gut einarbeiten? Ein neues Auto: finde ich mich mit der Elektronik zurecht?
Das alles schwingt mit, wenn Gott zusagt, dass er Neues schaffen will. Gott ist nicht nur ein Gott der Vergangenheit, den wir gut zu kennen scheinen, sondern ein Gott der Zukunft, der selbst Zukunft für uns gestaltet, der immer wieder Neues herauf führt: „Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht?“ (Jesaja 43,19a) Die Frage an uns ist: Können und wollen wir uns auf den Gott, der Neues schafft, einlassen? Das ist die Frage unseres Vertrauens zu ihm. Solange Gott uns als der alt Bekannte begegnet, braucht es nicht groß Glauben. Aber wenn unsere Existenz, unser Leben damit verbunden ist, dass Gott für uns und mit uns Zukunft gestaltet, dann geht das nur, wenn wir ihm vertrauen. Das mussten Menschen aller Generationen immer wieder neu lernen. Auch damals Israel, als Gott dieses Wort zu ihnen sprach. Gott lädt ein, er wirbt darum, ihm im blick auf unsere Zukunft zu vertrauen. Er lädt ein, die Zeichen seines aktuellen Handelns wahrzunehmen: „Jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht?“ Gott ist schon längst am Werk: auch in unserer Zeit – so schwierig und unübersichtlich sie ist! Nehmen wir es wahr? Erkennen werden wir das nur, wenn wir es mit den Augen des Glaubens, des Vertrauens auf Gott, mit den geschärften Sinnen biblischer Prophetie zu erkennen suchen. Gott hinter dem, was geschieht zu entdecken und zu verstehen, das ist die Herausforderung, vor der wir stehen. Diese Herausforderung anzunehmen ist nur möglich in dem Wissen, dass letztlich alles zu unserem Guten mitwirkt und Gott uns zur Seite steht. Darum können wir uns ihm anbefehlen. Paul Gerhardt, dessen 400. Geburtstag wir in diesem Jahr begehen, hat das in einem seiner bekanntesten Lieder so beschrieben:

„Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt
der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt.
Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn,
der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann,
Dem Herren musst du trauen, wenn dir’s soll wohlergehn;
auf sein Werk musst du schauen, wenn dein Werk soll bestehn.
Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein
lässt Gott sich gar nichts nehmen, es muss erbeten sein.“

(Frühjahr 2007)=>nach oben


Veränderung ist möglich

„Der kann auch nicht aus seiner Haut“ – so sagt man voller Verständnis von einem Menschen, der zwar eigentlich anders sein oder handeln müsste, es aber es aufgrund seiner Veranlagung oder Umstände nicht kann. Hier wird ein Dilemma beschrieben, das viele Menschen erleben. Sie würden so gerne anders sein oder leben und wissen doch nicht wie. Sie sind gebunden an ihre Gewohnheiten und Erfahrungen und erkennen doch, dass es eigentlich anders – besser – sein müsste. „Eigentlich bin ich ja ganz anders – ich komme nur so selten dazu“ – so bringt ein Bonmot das Dilemma zum Ausdruck.
Um dieses Dilemma geht es auch bei einem Gespräch, dass im Johannesevangelium (Kap. 3) Jesus mit einem frommen und gelehrten Menschen mit Namen Nikodemus eines Nachts führt. Und Jesus muss ihm sagen: So wie du bist: mit deinen angeborenen, natürlichen Voraussetzungen wirst du nicht die neue Wirklichkeit Gottes sehen und an ihr teilhaben. Dieses bestätigt unser menschliches Dilemma im Blick auf Gott. Aber Jesus zeigt ihm einen Weg auf. Er spricht von einer Neugeburt. Man bekommt sozusagen eine neue Haut, indem man neu geboren wird. Die Frage des Nikodemus ist natürlich: Wie soll das gehen: neu geboren werden ? Jesus spricht dann zu ihm von einer Möglichkeit, die nicht im Bereich unseres menschlichen Könnens liegt, sondern allein im Bereich von Gottes Möglichkeiten: Gottes Geist muss dich ganz neu gestalten. Wenn er in dein Leben kommt, dann passiert etwas mit dir, was einer Neugeburt gleicht. Was dir vorher unmöglich war, das wirkt Gottes Geist in dir. Er verändert dich so, wie Gott es will. Das wird für andere spürbar sein wie der Wind: du kannst ihn nicht fassen, nicht greifen und nicht beherrschen. Aber seine Auswirkungen sind unübersehbar: du spürst ihn, du siehst, wie er etwas bewegt im Leben. Aber du kannst nicht einordnen, woher diese Kraft kommt. So sind alle Menschen, in denen Gottes Geist wirkt: Sie sind in bestimmter Hinsicht anders. In ihnen ist anderes und mehr am Werke als nur das, was menschlich erklärbar ist. Sie bekommen Lust zum Beten, fangen an, die Bibel zu lesen, suchen den Kontakt zur Gemeinde und zu anderen bewussten Christen. Das was vorher als sinnlos und langweilig angesehen wurde, ist für sie nun mit Leben gefüllt. Die Auswirkungen werden auch im normalen Leben spürbar. Die Einstellungen zu vielen Dingen ändern sich. Manchmal sind die Änderungen so stark, dass daran Konflikte aufbrechen mit denen, die das nicht verstehen und mitvollziehen können. Ein unübersehbares Kennzeichen des neuen Lebens, das Gott geschenkt hat.
Jetzt wird aber im Gespräch die Verlegenheit des Nikodemus noch größer: Wie soll das geschehen ? Wie komme ich dazu ? Jesus gibt ihm einen Schlüssel an die Hand, wie es zu diesem neuen Leben kommt: Glaube, was ich dir sage ! Mein Sterben und Auferstehen ist der Schlüssel dafür, dass dein Leben neu werden kann: In meinem Sterben wird das alte Leben abgetan, in der Auferstehung wird das neue Leben, dass ich dir schenke, herauf geführt. Indem du das annimmst, dich darauf verlässt, total darauf vertraust, hast du Teil an meinem neuen Leben, bist du neu geboren. Indem du dich im Glauben mit mir verbindest, gilt dir, was ich für dich getan haben. Vertraue meinem Wort, vertraue dich mir an.
Kann man heraus aus seiner Haut ? Nicht aus eigener Anstrengung, aber von Gott in Bewegung gesetzt sicherlich. Das bezeugen über die Jahrhunderte bis heute viele Menschen. Ein Wort Martin Luthers zum Schluss soll das unterstreichen:

„Der ganze Mensch muss in das Evangelium kriechen und dort neu werden, die alte Haut ausziehen, wie die Schlange es tut. Wenn ihre Haut alt wird, sucht sie ein enges Loch im Felsen. Da kriecht sie durch und zieht ihre Haut selbst ab und lässt sie draußen vor dem Loch.
So muss der Mensch auch in das Evangelium und in Gottes Wort sich begeben und getrost folgen seiner Zusage; es wird nicht trügen.
So zieht er ab seine alte Haut, lässt draußen sein Licht, seinen Dünkel, seinen Willen, seine Liebe, seine Lust, sein Reden, sein Wirken. Und wird also ein ganz anderer, neuer Mensch, der alles anders ansieht als vorhin, anders richtet, anders urteilt, anders denkt, anders will, anders redet, anders liebt, anders lüstet, anders wirkt und fährt als vorhin!“

Erneuerung ist möglich – mit der Kraft und den Mitteln, die Gott uns schenkt: sein Wort, seine Gemeinde, sein Geist. Allein werden wir scheitern. Das muss nicht sein. Lassen sie sich erneuern ! (im Sommer 2004) =>nach oben


Wahrheit ohne Liebe ? Liebe ohne Wahrheit ?

„Lasst uns wahrhaftig sein in der Liebe und in allen Stücken wachsen zu dem hin, der das Haupt ist: Christus.“ Eph. 4,15

Wahrhaftigkeit in Liebe, das ist die Herausforderung. Was und wie sagt man einem, der unheilbar krank ist, was auf ihn zukommt ? Man möchte ihm ja nicht den letzten Lebensmut nehmen mit der bitteren Wahrheit. Andererseits nimmt man ihm, wenn man es verschweigt, die Möglichkeit, sich selbst damit auseinander zu setzen und so seine Situation zu verarbeiten. Es zu verschweigen ist ja auch unmenschlich. Wahrhaftigkeit in der Liebe ist gefragt: nicht die Wahrheit verschweigen, aber sie so zu sagen, dass der Todkranke es annehmen kann. Das erfordert viel Mut und Feingefühl.

Ebenso ist es, wenn das Selbstbild eines Menschen und das Bild, das andere von ihm haben, völlig auseinander gehen. Dann entstehen immer wieder schwierige oder peinliche Situationen. Hier wahrhaftig zu bleiben ohne die Liebe zu verletzen, das ist eine große Herausforderung. Oft verfallen wir in die scheinbar leichtere Lösung, in Anwesenheit der betreffenden Person so zu tun, als ob alles in Ordnung ist, uns dann aber hinter ihrem Rücken darüber aufzuregen, wie unmöglich sie ist. Das hilft ja letztlich niemandem. Es ist oft nicht einfach, hier einen guten Weg zu finden. Denn derjenige, der einem anderen sagt, was alle denken, wird manchmal von der Person, der er damit helfen wollte, dafür bestraft, dass er so ehrlich war, weil sie darin einen persönlichen Angriff auf sich sieht.
Die Wahrheit über sich selbst anzunehmen, vor allem, wenn sie unangenehm ist, fällt jedem Menschen sehr schwer. Deshalb braucht sie einen geschützten Raum: einen Raum der Liebe und der Annahme und manchmal auch der Verschwiegenheit. Nur wer weiß, dass er angenommen und geliebt ist trotz und mit seinem Versagen, trotz und mit seinem Charakter, trotz und mit seinen Schwächen, der kann sich langsam der Wahrheit über sich öffnen. Einen solchen Raum der Liebe zu schaffen braucht viel Zeit und Vertrauen. Jeder Mensch benötigt einen solchen Raum, um wachsen zu können, um weiter zu kommen, um nicht ein Leben lang auf der selben geistigen Entwicklungsstufe stehen zu bleiben, um sich mit sich selbst auszusöhnen.
In Christus, in der Glaubensgemeinschaft mit ihm, wird uns so ein Raum eröffnet. Von ihm wissen wir, dass er uns bedingungslos angenommen hat. Sein Leben und Sterben ist ein beredtes Zeugnis dafür. Bei ihm können wir im Gebet ehrlich vor uns werden. Bei ihm können wir uns eingestehen, was wir uns und anderen sonst nie eingestanden hätten. Bei ihm können wir deshalb auch innerlich wachsen und weiter kommen.
Diesen Raum der Liebe, in dem wir wahrhaftig werden können, den müssen wir aber auch immer wieder einander öffnen. Erst im menschlichen Miteinander, dass von Wahrhaftigkeit in Liebe geprägt ist, vollzieht sich ein Reifungsprozess. Es entsteht eine Gemeinschaft, die tragfähig wird, weil man nicht unbedingt sein Gesicht wahren muss, sondern sich angenommen weiß, wie man ist.
Wahrhaftigkeit in Liebe, das ist eine Herausforderung, an der jeder ein Leben lang zu lernen hat. Eine Herausforderung aber, die sich lohnt. (Sommer 2006)=>nach oben


„Wer ist dem, der hilflos war, der Nächste gewesen ?“

Vor einigen Monaten ging eine Nachricht durch die Medien, die inzwischen schon wieder vergessen ist, aber ein noch immer aktuelles Problem beschreibt: ein Mann war verhungert, weil er von Hartz IV abhängig und zugleich psychisch krank war. Er war aufgrund seiner Krankheit unfähig, auf Schreiben und Anweisungen der Behörde zu reagieren. Dies führte dazu, dass ohne weitere Kontaktnahme mit ihm ein ums andere Mal die Mittel weiter gekürzt wurden, bis ihm zuletzt nicht mehr genug zum Überleben blieb. Das ist nicht behördliches Versagen gewesen, sondern ist in den Gesetzen ausdrücklich so angelegt! Deutschland war lange Zeit ein Sozialstaat. Mit der Hartz-Gesetzgebung hat sich das schleichend geändert: ursprünglich geschaffen, um den Arbeitsmarkt besser zu regulieren, setzen die Hartz-Gesetze voraus, dass für alle genug Arbeit vorhanden ist. Dies ist sogar bei einer guten Konjunktur nicht der Fall, denn in Deutschland bekommt man nur mit den entsprechenden Qualifikationen einen Arbeitsplatz, der einen ernähren kann. Und von Hartz IV kann man nur leben, wenn man extrem sparsam ist und keinerlei Komplikationen oder zusätzliche Belastungen auftreten. Aber das Leben ist in der Regel anders: unvorhersehbare Komplikationen und Belastungen gehören dazu. In Folge der gesellschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre hat sich so das Bild Deutschlands stark verändert: die Zahl der privaten Insolvenzen erreicht Jahr für Jahr neue Rekordmarken; immer mehr Kinder wachsen in relativer Armut auf, so dass die Anschaffung auch der für die Schule notwendigen Dinge zum Problem wird; ältere Arbeitslose verlieren nicht nur oft völlig den Mut, weil sie keine Anstellung mehr finden, sondern müssen auch mit erheblichen Einschränkungen bei ihrer Rente rechnen. Kirchen und Bürgerinitiativen in größeren Städten reagieren seit einiger Zeit auf die konkrete Armut bei uns mit der Einrichtung von Mittagstischen und Lebensmitteltafeln und finden immer größere Nachfrage. Davon, dass der Staat eine hinreichende Lebenssicherung bietet, wird man sich wohl immer mehr verabschieden müssen. Die Frage der Diakonie, des Eintretens für Menschen in Notlagen, wird mehr und mehr auf uns selbst als Gemeindemitglieder und Bürger zurückfallen. Eine Kultur des Helfens muss sich in einer sich wandelnden Gesellschaft neu herausbilden. In den vorangegangenen Jahrzehnten ist die soziale Hilfe ja immer mehr professionalisiert und institutionalisiert worden. Das lässt sich jetzt finanziell oft nicht mehr aufrecht erhalten. Wir werden in vielem wieder selber mehr gefragt sein. Solidarität muss gesellschaftlich wieder neu eingeübt werden. Als Christen gehört Solidarität mit den Hilfsbedürftigen zum Grundsatz unseres Christseins, wie es Jesus im Gleichnis vom barmherzigen Samariter vermittelt. Zum Gebot „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ erzählt er folgende Geschichte: ein Mensch wird ausgeraubt und niedergeschlagen. Zwei gläubige Menschen gehen an ihm – aus Angst vor gleichen Schicksal ? – vorüber. Erst der Dritte – ein Samariter, damals verachtet wegen seines anderen Glaubens – leistet Erste Hilfe und sorgt für die weitere Pflege. „Wer ist dem, der hilflos war, der Nächste gewesen ?“ fragt Jesus am Ende des Gleichnisses. Es ist der, der nicht an ihm vorbei gegangen ist, sondern eingegriffen hat, um zu helfen so gut er es konnte. Jesus setzt uns das Handeln des Samariters verbindlich zum Vorbild: Wenn ein Mensch in Not ist, haben wir uns als Mitmenschen und Christen für ihn einzusetzen und zu helfen. Wie das unter heutigen Umständen geschehen kann, darüber muss wieder neu nachgedacht werden, damit nicht so etwas geschehen kann, wie wir es am Anfang gelesen haben: dass neben uns ein Mensch verhungert, weil niemand da ist, der sich wirklich um ihn kümmert. (Sommer 2007) =>nach oben


Evangelisch aus gutem Grund

Am 31. Oktober feiern wir wieder das Reformationsfest. Wir erinnern uns dabei daran, dass Martin Luther an diesem Tag im Jahre 1517 seine 95 Thesen zum Ablass-(Un-)Wesen zur Diskussion stellt und eine Abschrift dazu an die Tür der Wittenberger Schlosskirche, das schwarze Brett der damaligen Universität, anschlägt. Damit trat er unbeabsichtigt eine Bewegung los, die die Welt bis heute verändert hat, da seine Einsichten explosionsartig in Europa Verbreitung fanden. In Folge dieser Ereignisse kam es später zur Bildung evangelischer Kirchen. Zu keiner Zeit wollte Luther jedoch selbst eine neue Kirche gründen, sondern er wollte nur seine katholische Kirche von unbiblischen Auswüchsen befreien, reformieren und wieder zu ihren evangeliumsgemäßen Ursprüngen zurückführen – darum feiern wir ja auch ein Reformationsfest und kein Kirchengründungsfest. Die katholische Kirche der damaligen Zeit war aber weder willens noch fähig, auf durch die Bibel begründete Argumente hin ihre Praxis zu überprüfen und sich unter die alleinige Autorität der Bibel zu stellen. Sie bekämpfte die neue Bewegung mit allen Mitteln und exkommunizierte Luther. Der Bann, der über ihn verhängt wurde, ist bis heute nicht aufgehoben. Auch wenn wir zwischen den beiden Konfessionen heute ein wesentlich entspannteres Verhältnis und zumindest in Deutschland auch ein gutes menschliches Miteinander haben, haben sich die Grundlagen im Verhältnis der beiden Kirchen bisher in keiner Weise geändert. Die von Luther bekämpften Ablässe gibt es heute noch: sie werden immer wieder zu besonderen Ereignissen wie dem Jahrtausendwechsel oder dem Weltjugendtag vergeben. Auch in allen anderen Positionen hat sich die katholische Kirche auf die evangelische Kirche kaum zubewegt. Im Gegenteil: die Hoffnung auf eine Öffnung, die mit dem 2. vatikanischen Konzil verbunden war, ist heute ganz verschwunden. Auch die Äußerungen des heutigen Papstes Benedikt lassen keinen Interpretationsspielraum zu: die evangelische Kirche wird nicht als Kirche anerkannt, das Heil wird aus seiner Sicht nur durch die katholische Kirche vermittelt. Dass es keine wirkliche Gemeinschaft zwischen den Kirchen gibt, zeigt sich nach wie vor beispielhaft daran, dass eine gemeinsame Feier des Abendmahls oder der Eucharistie unter keinen Umständen möglich ist.
Wie sollen wir uns als evangelische Christen dazu stellen? So wie Luther damals schon: unsere einzige Norm und Autorität ist und bleibt die Heilige Schrift. Das Heil Gottes wird uns nicht durch die Kirche, ihre Ämter und ihre besonderen Weihen vermittelt, sondern einzig durch Jesus Christus und den Glauben an ihn. Die Kirche hat dem nur zu dienen, indem sie Gottes Wort verkündigt und die Sakramente ihrer Einsetzung durch Jesus Christus gemäß verwaltet und die Menschen versammelt, die diesen Glauben miteinander teilen. Auch haben die Werke der Kirche und Verdienste der Heiligen keinerlei Bedeutung für unser ewiges Heil, sondern die Gnade Gottes reicht völlig aus. An diesen evangelischen Grundlagen hat sich bis heute nichts geändert. Wir sind deshalb nicht auf die Gunst des Papstes angewiesen, dass er uns als Kirche anerkennt. Denn wir sind schon von Gott anerkannt und haben alles, was wir zu unserem Kirche-Sein benötigen: die Autorität der Bibel, den Zugang zu Gott durch den Glauben an Jesus Christus, den heiligen Geist, der unter uns mit seinen Gaben wirkt. Mehr benötigen wir nicht. Daran gilt es festzuhalten und – das muss man auch durchaus selbstkritisch sagen – sich als evangelische Kirche wieder neu darauf zu besinnen. Genau darum feiern wir fröhlich und dankbar das Reformationsfest. (Reformationsfest 2007) =>nach oben


„Durchschaut“

„Es gibt keine zweite Chance, einen ersten Eindruck zu hinterlassen“, las ich vor kurzem in einer Zeitschrift. Das stimmt. Der erste Eindruck von einem Menschen ist im Alltag oft entscheidend und beeinflusst unser Verhalten grundlegend. Nur schwer ist oft der erste Eindruck zu revidieren. Verhaltensforscher sagen, dass in den ersten drei Sekunden einer Erstbegegnung zwischen zwei Menschen entschieden wird über Sympathie und Antipathie, Vertrauen und Misstrauen in der Begegnung. Es gibt zum Beispiel die sprichtwörtliche „Liebe auf den ersten Blick“.
Aber es gehört auch zu unserer Lebenserfahrung, dass der erste Eindruck täuschen kann. Der Mensch sieht ja nur, was vor Augen ist. Darauf stellen sich viele ein und geben sich in manchen Situationen anders, als sie in Wirklichkeit sind. Menschen kann man damit täuschen in Situationen, wo es auf den Eindruck ankommt, etwa im Vorstellungs- oder Bewerbungsgespräch, in einer Prüfung, beim ersten Kennenlernen einer wichtigen Person.
In der Bibel heißt es: Ein Mensch sieht, was vor Augen ist, aber der Herr sieht das Herz an. 1. Samuel 16,7
Gott kann man nicht täuschen. Er schaut tiefer. Er schaut hinter unsere Fassade. Der Psalm 139 meditiert , wie genau Gott uns kennt: „Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht schon wüsstest.“
Gott kennt mich vollkommen, er sieht das Herz an, ihn kann ich nicht täuschen. Diese Erkenntnis ist, wenn man sich darauf einlässt, ungeheuer tröstend aber auch erschreckend:
Tröstend, weil ich bei ihm ehrlich sein darf und ihm nichts vorspielen muss. Weil er mich versteht, wenn Menschen mich nicht verstehen. Weil er zu mir steht, wenn andere mich anfeinden. Weil er mich annimmt, wenn Menschen mich verachten.
Zugleich ist diese Erkenntnis erschreckend. Denn wenn ich etwas denke, sage und tue, was vor Gott nicht in Ordnung ist, was Schuld vor ihm bedeutet, dann kann ich mich vor ihm auch nicht verstecken. Dann sieht er die tiefsten Motive meines Handelns, auch die unguten. Dann werde ich ihm darüber Rechenschaft geben müssen.
Menschen kann man täuschen – Gott nicht.
Menschen kann man enttäuschen – Gott nicht.
Weil er uns so genau kennt, weiß er um alles – auch um das Böse in uns, um die Sünde und die Schuld. Trotzdem ist er nicht enttäuscht. Weil er uns kennt, darum hat er einen Weg gefunden, wie wir wieder mit ihm in Ordnung kommen können. Er hat Jesus zu uns gesandt, mit seinem Leben und Sterben für uns einzutreten. Daran denken wir jetzt in der Passionszeit. Jesus hat unsere Schuld auf sich genommen und unsere verdiente Strafe getragen. Wir müssen uns nicht mehr verstecken, sondern können vertrauensvoll zu ihm kommen. Unsere Schuld wird uns vergeben. Wir sind um Christi willen bei ihm angenommen. Gott sieht unser Herz: ja. Er sieht alle Beweggründe unseres Herzen bei unserem Tun. Aber er sieht vor allem darauf, ob wir Jesus vertrauen und sein stellvertretendes Tun für uns annehmen. Und das zählt. Durch Jesus und seine Versöhnung können wir frei vor Gott treten als unseren Vater, der seine Kinder liebt. Darum fürchten wir uns nicht, dass er unser Herz sieht, sondern wir freuen uns, dass Gott uns so gut kennt.
Und wenn dann etwas zwischen uns und Gott getreten ist, dürfen wir ihn wie David um Vergebung bitten: „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist.“ (Psalm 51,12) Und im Wissen darum, dass wir immer wieder von Gottes guten Wegen abzuirren drohen, kann unsere Bitte sein: „Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.“ (Psalm 139,23-24)
(Frühjahr 2003) =>nach oben


Glaube kann aufhören

Genauer gesagt: Glaube an Gott kann aufhören. Sang- und klanglos, weil er keine Bedeutung für das Leben mehr hat und anderes wichtiger oder sinnvoller erscheint. Oder in einem längeren Prozess der Auseinandersetzung, wo dem bisher Geglaubten scheinbar überlegene Einsichten entgegenstehen und das Festhalten daran unmöglich machen. Oder mit einem schmerzvollen Aufschrei, weil persönlich erfahrenes Leid an Gott, seiner Liebe oder seiner Macht, verzweifeln lässt. Das ist vielfache Realität.
Glaube hat aufgehört.

Was bleibt, wenn Glaube aufhört ?
Lebt man befreiter ? Leichter ? Manche erleben die Absage an den Glauben tatsächlich als Befreiung. Vieles ist ohne den Glauben auch wirklich einfacher. Man ist dann nur noch sich selbst Rechenschaft schuldig und kann sich unbeschwert selbst verwirklichen. Manchmal empfindet man sich dabei als aufgeklärt und überlegen und hat für die Glaubenden nur noch ein leises Lächeln übrig: „Es gibt Menschen, die brauchen das eben noch.“. Manche werden auch kämpferisch und intolerant. Ihnen ist jedes öffentliche Zeichen des Glaubens ein Dorn im Auge. Die gerichtlichen Auseinandersetzungen über Anbringung von Kreuzen in öffentlichen Räumen vor einigen Jahren zeigen das. Andere trauern dem Verlust ihres Glaubens heimlich nach. Denn der Glaube bedeutete ja auch Geborgenheit, Zuversicht, Kraft und Trost. Wenn der Glaube aufgehört hat, erscheint das Leben oft sinnlos. Man richtet sich ein in einer Welt, der man letztlich keinen Sinn mehr zu geben vermag. Das Leben ist, wie es ist. Punkt. Manche können sich aber auch damit nicht abfinden und versuchen, selbst durch ihren persönlichen Einsatz dem Leben einen Sinn zu geben. Andere suchen für sich und diese Welt einen neuen Sinn in einer anderen Kultur zu finden. Die zunehmende Esoterik der letzten Jahrzehnte ist ein Symptom dafür.

Ist es also egal, ob man glaubt oder nicht ?
Unserer westlichen Gesellschaft und unserem Staat ist es sicher egal. Anders als im Islam wird Glaube hier als Privatsache betrachtet. Im persönlichen Umfeld kann es schon einmal zu Auseinandersetzungen kommen, wenn verschiedene Einstellungen aufeinanderprallen. Aber eines ist sicher: Gott selbst ist es nicht egal. Denn Glaube ist ja der Ausdruck einer Beziehung zu ihm. Gott sucht die Beziehung zu uns Menschen, zu jedem einzelnen. Wir sind ihm wichtig und es tut ihm Leid, wenn unsere Beziehung zu ihm aufhört. Gott möchte, dass wir in Beziehung zu ihm bleiben. Wir sind ihm so wichtig, dass er von seiner Seite alles getan hat, um diese Beziehung aufrecht zu erhalten oder neu herzustellen. Er hat uns Jesus gesandt, damit wir in Beziehung zu Gott kommen und bleiben können. Und Jesus steht auf unserer Seite und setzt sich für uns bei Gott ein: damals als Mensch unter Menschen und heute bei Gott zu seiner Rechten. Jesus sagt: „Ich habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre“ (Lukasevangelium 22,32). Und er setzt sich nicht nur mit Worten für uns ein, sondern mit seinem ganzen Leben. Er hat es für uns dran gegeben. Und von Gott in unzerstörbarer Weise wieder erhalten an Ostern. Und er beteiligt uns an seinem neu geschenkten Leben. Darum ist es so wichtig, dass unser Glaube nicht aufhört oder neu entfacht wird: nur in der lebendigen Beziehung zu Jesus haben wir an dem Teil, was Gott uns schenkt: ein Leben in der Beziehung zu Gott als unserem Vater, der unser Leben führt, die Vergebung der Schuld, ein unvergängliches Leben und damit Hoffnung, Geborgenheit, Zuversicht auch in den schweren Situationen unseres Lebens.

Unser Glaube ist also nicht einfach nur eine eigene Weltanschauung, die wir irgendwie mit uns selbst ausmachen, sondern die Verbindung zu Gott in Jesus Christus. Und an dieser Verbindung hängt für uns alles. Jesus hält uns die Verbindung offen. Glauben heißt, diese Verbindung nicht abreißen zu lassen oder neu zu knüpfen. (Frühjahr 2005) =>nach oben


Was gilt in der Welt des 21. Jahrhunderts ?

Was gilt in Europa, was gilt in Deutschland ? Es geht um Wahrheit und Werte und es geht um Macht: Medienmacht, Wirtschaftsmacht, politische Macht, militärische Macht. Ein Streit zwischen sehr verschiedenen Kulturen ist im 21. Jahrhundert entbrannt: der islamischen und der westlich-säkularen Kultur. Welche Wahrheiten und Werte gelten ? Das islamische Gottesrecht oder die demokratisch legitimierten Werte des westlichen autonomen Menschen ?

Der Kampf wird zunächst in den Medien geführt, wie z.B. der Karikaturenstreit vor Augen führt. Wer die Medien hat, hat die Deutungshoheit, kann bestimmen, was gelten soll. Hinter dem stehen auch konkrete Wirtschaftsinteressen, die im Zuge der Globalisierung keine Grenzen mehr kennen. Das wird als Bedrohung erlebt. Nicht umsonst wurden die Zwillingstürme des Welthandelszentrums in New York am 11. September 2001 als Hauptterrorziel ausgesucht. Um diese wirtschaftliche Macht der westlichen Welt oder andererseits die entgegengesetzten Herrschaftsansprüche des Islam zu sichern, werden politische und auch militärische Hebel in Gang gesetzt: Sanktionen erlassen, blutige Kriege geführt und Terroranschläge verübt. Im Grunde genommen stehen sich aber in dem allen der westliche in jeder Hinsicht freizügige – in den Augen der meisten Muslime gottlose – Lebensstil und der gesetzlich islamische fast unversöhnlich gegenüber.

Wo – um alles in der Welt – ist da aber überhaupt noch das christliche Zeugnis, die christliche Kultur ? Denn der westlich-säkulare Lebensstil hat mit dem christlichen Glauben eigentlich nichts mehr zu tun, sondern hat sich vollkommen von ihm gelöst. Die Öffentlichkeit und die große Mehrheit der Bevölkerung in Europa ist faktisch nicht mehr christlich bestimmt. Wir leben in einer nachchristlichen, zum Teil antichristlichen Zeit auch in Europa. Kennzeichen dafür ist, dass in Europa, das erst ja durch das Christentum zum dem wurde, was es ist, der Gottesbezug in einer angestrebten EU-Verfassung nicht mehr durchsetzbar war. In den Medien, in der Wissenschaft und Wirtschaft haben seit langem Kräfte die Macht, die sich nicht mehr christlich verstehen. Gott und Kirche sind für sie bestenfalls Privatsache, haben aber in der Öffentlichkeit oder in den konkreten Entscheidungen der Wirtschaft, Politik oder Wissenschaft nichts zu suchen. Der christliche Glaube hat im öffentlichen Leben damit seine Relevanz verloren. Nur bei großen Katastrophen ist die Kirche dafür da, noch irgendwie Sinn zu stiften und zu trösten. Dann werden große Gottesdienste begangen. Sind sie vorbei, geht es wie bisher weiter.

Das moderne Glaubensbekenntnis der Wissenschaft und der westlichen Medien ist dagegen die Evolution geworden – zumeist als selbständiger Mechanismus ohne Gott gedacht. Andere Positionen scheinen nicht im Ansatz denkbar und werden ohne Rücksicht auf journalistische Fairness oder wissenschaftliche Sachlichkeit bekämpft und diskriminert – sogar öffentlich-rechtlich wie in einer Sendung von Joachim Bublath im ZDF letzten Jahres. Wir haben uns scheinbar daran gewöhnt, nehmen das ohne jede Klage hin.

Man könnte endlos fortfahren. Das Christentum befindet sich in Europa in der Defensive. Die Lage erscheint wenig erfreulich. Offenbar gilt der christliche Glaube in der Öffentlichkeit faktisch nicht mehr. Wie kann man als Christ damit umgehen, ohne zu resignieren ? Indem man sich klar macht, dass unsere Zeit immer mehr der Zeit der ersten Christenheit gleicht. Auch damals war die Öffentlichkeit von anderen Mächten bestimmt und die Christen eine kleine verachtete, scheinbar unbedeutende Schar, die Spott und Verfolgung in Kauf nahm. Und die Kräfte, die sie damals hatte, stehen ihr auch heute zur Verfügung.

Der Apostel Paulus schreibt an die Gemeinde in der Hauptstadt des römischen Weltreiches, die unter ähnlichen oder auch sehr viel schlechteren Bedingungen lebte: „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Bedrängnis, beharrlich im Gebet .“
Was gilt für Christen ?

Gott hält die Welt weiterhin in seiner Hand und führt sie zu seinem Ziel durch alle weltpolitischen Verwirrungen und Verwicklungen hindurch. Darum bleiben wir fröhlich in Hoffnung.
Gott gibt seinen Leuten Kraft, auch unter schweren Umständen bei ihm zu bleiben und nicht den Glauben aufzugeben. Darum bleiben wir geduldig in Bedrängnis.
Gott wartet darauf, dass wir uns für diese Welt und ihre Nöte bei ihm einsetzen. Er hat Möglichkeiten, die wir nicht haben. Darum bleiben wir beharrlich im Gebet.
(im Frühjahr 2006) =>nach oben


Vorbereitete Verhältnisse

Was mag das neue Jahr bringen an Gutem oder auch an Schwerem? Wie wird sich die Wirtschaftskrise auswirken? Was erwarten wir persönlich vom neuen Jahr? Es liegt ja weitgehend noch vor uns wie ein weißes Blatt Papier, das erst nach und nach beschrieben wird. Wie gut, dass wir diesen Zuspruch von Jesus haben: Euer Herz erschrecke nicht ! Glaubt an Gott und glaubt an mich. (Johannesevangelium 14,1). Keine Angst, was auch passieren mag. Vertraut nur Gott und mir. Aber wie kann Jesus uns so etwas sagen? Ist das nicht nur ein billiger Trost? So wie wir uns oft zu trösten versuchen: Es wird schon nichts Schlimmes passieren, du musst das ganz positiv sehen. Nein, denn Jesus sagt uns das, weil er selbst dafür gesorgt hat, dass für uns alles gut werden kann. Er kann es sagen, weil er unser Menschsein bis zur letzten Konsequenz geteilt hat, bis zum Tod am Kreuz. Weil er sich mit unser aller menschlichem Schicksal verbunden hat, uns darin ganz nahe gekommen ist. Er ist uns nahe gekommen in allem Glück der Erde, aber auch in allem Schweren, was Menschen ertragen müssen. Darum kann er sagen: Euer Herz erschrecke nicht! Er kennt alle Schrecken. Aber vor allem kann er es sagen, weil er mit Gottes Kraft alles überwunden hat, was uns erschrecken kann. Er ist nicht im Tode geblieben, sondern zu neuem Leben erweckt worden. Und an diesem neuen Leben gibt er uns Anteil – schon jetzt mitten im Leben und in Ewigkeit. Er nimmt uns mit auf den Weg zu Gott, dem Vater. Und er hat dafür gesorgt, dass auch wir dort ein Zuhause haben. So sagt er es in den auf die Jahreslosung folgenden Versen. Es ist alles gut vorbereitet. Jesus kennt den Weg. Er geht uns voran. Ja, er ist der Weg. Wir gehen, wenn wir Jesus folgen und unser Vertrauen auf ihn setzen, mitten im Leben und auch im Sterben, nicht einen Weg ins Ungewisse. Sondern wir gehen einen Weg, den Jesus schon kennt, auf dem er uns begleitet, und der ein gutes Ziel hat: das ewige Zuhause beim Vater im Himmel.

Ich finde, es ist eine gute Jahreslosung für dieses Jahr: wir dürfen ganz zuversichtlich in jeden Tag gehen, was auch geschehen mag. Jesus geht mit, er geht voran, er kennt den Weg, auch den letzten. Es lohnt sich ihm zu vertrauen. Im Vertrauen auf Gott und Jesus kommen wir immer in vorbereitete Verhältnisse! Darum: Euer Herz erschrecke nicht! (im Frühjahr 2010) =>nach oben


Yes, He can !

„Yes, we can!“ Was sollte uns denn unmöglich sein ? „Yes, we can!“ Wir brauchen doch nur so jemanden mit dem Charisma und der Ausstrahlung wie den neuen amerikanischen Präsidenten Obama. Ja, wir können es ! Wir gehen auf dem Mond spazieren. Wir kommunizieren in Echtzeit rund um die Welt und sind zu jeder Zeit und überall erreichbar. Wir kommen in 36 Stunden an jeden Punkt der Erde. Wir produzieren das Hundertfache an Nahrungsmitteln wie vor hundert Jahren. Wir erschaffen identische Wesen durch Klonen und wir entziffern den genetischen Code der Menschheit. Wir erfinden gegen Krankheiten immer neue Mittel. Alles ist nur eine Frage der Zeit, der Organisation und des Geldes. Nichts ist unmöglich!

Oder ? Bei allem, was uns technologisch heute schon möglich ist oder in Zukunft möglich sein wird, scheint uns doch eines nicht zu gelingen: uns als Menschen selbst zu ändern. Was sich nicht ändert über die Jahrhunderte, ist die menschliche Unvernunft. Sie wird gesteuert von der Gier, die die Finanzwelt und die Weltwirtschaft ins Chaos stürzt; gesteuert vom Hass, der nicht bereit ist, Frieden zu schließen und dem anderen zuzugestehen, was man für sich selbst beansprucht, wie im Nahen Osten; gesteuert von der Gleichgültigkeit und Trägheit, die den nachkommenden Generationen die Zukunft verbaut wie beim Klimawandel und den Staatsschulden. Albert Einstein sagt: „Zwei Dinge sind unendlich: das Weltall und die menschliche Dummheit. Beim Weltall bin ich mir aber nicht ganz sicher.“ Aber auch im Kleinen und Privaten spielt sich das Gleiche ab: Ehebruch, Erbschaftsstreit, Spielsucht und so weiter. Die Bibel nennt all das, was zum Unheil unter uns Menschen führt, Sünde. Und sie sagt: wir sind da so hinein verstrickt, dass wir von uns aus da nicht heraus kommen. Unmöglich!

Oder gibt es doch eine Chance ? Ist nicht alles hoffnungslos ?
Ja, es gibt eine Chance: wenn wir aus dem: „Yes, we can!“ ein „Yes, He can!“ machen. Gott kann: Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich. (Lukasevangelium 18, 27). Gott verändert Menschen. Er gibt uns, wenn wir zu ihm kommen und uns an ihn wenden, eine neue Lebensrichtung, ein neues Lebensziel. Er erlöst uns aus dem ständigen Drehen um uns selbst und macht uns offen für den Nächsten. Er verändert uns, macht aus Habgier Gerechtigkeitsgefühl, aus Hass Vergebungsbereitschaft, aus Gleichgültigkeit Verantwortungsbereitschaft. Aber das geschieht nicht einfach so – sozusagen automatisch. Nein, es geschieht nur, indem man bewusst sein Leben Gott unterstellt, nach seinem guten Willen über unser Leben fragt, versucht, danach zu leben und sich von ihm führen und gebrauchen zu lassen. Es kann zusammengefasst werden in den Worten: Gott von ganzem Herzen zu lieben und unseren Mitmenschen wie uns selbst. Zu Menschen, die das tun, sagt Jesus: „Ihr seid das Licht der Welt. Ihr seid das Salz der Erde.“ Von diesen Menschen geht Hoffnung aus für die Erde und die nächste Umgebung. Es ist Gottes Werk an und in uns. Was uns unmöglich ist, das kann Gott. (Frühjahr 2009) =>nach oben


Das Freudenlicht des ewigen Lebens

Letztes Jahr zu Weihnachten waren es sonnige, milde Tage – zu Ostern jedoch bedeckte Schnee die ersten zarten Blüten. Verwirrung der Gefühle: Weihnachtszauber der Natur zu Ostern und Frühlings- und Osterluft zur Weihnacht ? Man staunt.
So ist das auch mit dem, was wir an den Festen eigentlich feiern. Ohne Ostern, ohne die große, alles überwältigende Botschaft: „Der Tod ist besiegt, Christus ist auferstanden und auch wir werden auferstehen !“ hätte es nie ein Weihnachtsfest gegeben. Zuerst haben die Christen nur Ostern gefeiert: zuerst an jedem Sonntag, dem Auferstehungstag des Herrn oder wie sie es nannten: den Herrentag. Das war noch kein Ruhetag wie heute. Die Christen kamen vor ihrer Arbeit in aller Frühe zusammen, um die Auferstehung zu feiern. Dann wurde es am Osterfest gefeiert. In der Osternacht wurden bald alle, die Christen werden wollten nach einer Vorbereitungszeit getauft. Ostern ist das ursprüngliche Fest der Christenheit. Ohne Ostern kein Weihnachten. Aber dann wurde nachgedacht: wer ist das eigentlich, der zu Ostern auferstanden ist, dieser Jesus von Nazareth ? Die Worte und Geschichten von ihm wurden gesammelt, weitergegeben und aufgeschrieben. Dabei kam auch die Frage auf: wenn dieser Mensch von den Toten auferstanden ist, dann muss sein ganzes Leben von seiner Geburt an etwas Besonderes gewesen sein. Und sie fragten nach, was über seine Geburt zu erfahren war. Maria, die Mutter von Jesus, gehörte von Anfang an zu den ersten Christen, die sich in Jerusalem versammelten, und ein Bruder von Jesus, Jakobus, war nach Petrus der sogar Leiter der Urgemeinde dort. Sie waren verlässliche Zeugen dieser Ereignisse. Im Lukasevangelium heißt es, als die Hirten bei ihnen waren: „Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen“. Als für fast alle Menschen damals noch nichts davon erkennbar war, wer da geboren wird, haben nur wenige geahnt, dass ihnen in Jesus der von Gott versprochene Retter geboren wurde. Aber im Rückblick ist die Geburt des von Gott gesandten Retters ein herausragendes Ereignis, das zurecht gefeiert wird. Ohne Ostern keine Weihnachten – aber ohne Weihnachten, ohne diese Geburt auch kein Ostern. An beiden Festen feiern wir das große Freudenlicht, das uns aufging in Christus: Die Zusage seines neuen unvergänglichen Lebens in der Nacht unserer Schuld und Todesverfallenheit.
Christus spricht:Ich bin in die Welt gekommen als ein Licht, damit, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe. Johannesevangelium 12,4

O komm, o komm, du Morgenstern,
lass uns dich schauen, unsern Herrn.
Vertreib das Dunkel unsrer Nacht
durch deines klaren Lichtes Pracht.
Freut euch, freut euch, der Herr ist nah.
Freut euch und singt Halleluja.

(Weihnachten 2008) =>nach oben


Nein, danke, wir sterben nicht!

In einem Seminar zur Seelsorge in besonderen Notfällen zeigt die Referentin zur Einleitung ihres Vortrags eine Karikatur. Ein Treppenhaus ist zu sehen und der Tod in Gestalt eines Skelettes mit einer Sense klopft an die Tür. Eine alte Frau steht an der halb geöffneten Tür und sagt: “Nein danke, wir sterben nicht.” Diese Karikatur führt humorvoll zur Einsicht, dass wir oft genug nicht darauf eingestellt sind, wenn wir in einen Notfall geraten – selbst nicht beim Tod. Dabei wissen wir ja eigentlich sehr genau, dass es auch uns zu jeder Zeit treffen kann. Wir können dann nicht dankend ablehnen, wie wir es bei Firmenvertretern an der Haustür tun: “Nein danke, wir brauchen nichts, wir kaufen nichts.”

Wie viel menschliche Not ist durch fachkundige Hilfe schon behoben, verhindert oder gemildert worden. Dem einen Notfall unseres Lebens entgehen aber wir alle nicht, nämlich dass unser Leben ein Ende hat. Wie schön wäre es doch, wenn wir dem Tod Bescheid geben könnten: “Nein danke, wir sterben nicht”. Gemeint ist allerdings nicht ein Aufschieben des Todes, nicht eine kurzfristige Rettung vor dem Tod. Was würde es helfen, wenn wir immer älter würden und nicht sterben könnten? Wäre so ein Leben als uralter Mensch denn überhaupt noch lebenswert? Nein, es geht um eine Rettung aus dem Tod heraus oder durch den Tod hindurch! Es geht um die Gewissheit, das der Tod nicht das Aus, nicht der Abbruch des Lebens, sondern ein Übergang zu einem neuen, unvergänglichen Leben ist. Gibt es so eine Hilfe, einen Helfer, der die Kompetenz und den Willen hat, uns zu helfen ?

Als Christen vertrauen wir darauf, dass Jesus dieser Helfer ist. Die Passionszeit erinnert daran, dass er bereit war, den Weg ins Leiden und in den Tod zu gehen. Und Ostern feiern wir, dass Gott mit der Auferweckung von Jesus ein für alle Mal demonstriert hat, dass es diesen Weg aus dem Tod ins Leben gibt. Denn Jesus ging den Weg nicht für sich selbst, sondern für uns, damit wir die Gewissheit haben, dass auch unser Weg durch den Tod hindurch zum Leben führt. Er sagt:

“Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt wird leben auch wenn er stirbt. Und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nie mehr sterben.”
(Johannesevangelium 11,25-26)

Seitdem dürfen wir im Vertrauen auf Jesus wie die alte Frau in der Karikatur zum Tod sagen: “Nein danke, wir sterben nicht.” Jesus übernimmt dann als unser Freund und Helfer in dem (Not-)Fall und führt uns zum ewigen Leben. (vor Ostern 2010) =>nach oben


Herbstzeit – Erntezeit – Reifezeit

An der Schöpfung lesen wir es ab: die Früchte der Felder und Gärten sind geerntet und eingebracht. Die Blätter der Bäume zeigen sich in der schönsten Farbenmischung in gelb, rot und braun. Der Wind fegt sie schließlich ganz von den Ästen. Die Tage werden kürzer, kälter und dunkler.

Herbstzeit ist Erntezeit: Gott hat wieder etwas wachsen lassen von dem, was wir zum Leben brauchen. Auch wenn wir heute nicht mehr unmittelbar abhängig sind von dem Ertrag unserer Äcker, sondern in Lebensmittelmärkten einkaufen können, was aus vielen Ländern kommt: Würde Gott nicht hier und dort Wachstum und Gedeihen geben, könnten wir nicht leben. Das gilt es nicht zu vergessen und dafür zu danken am Erntedanktag. Und wenn wir im „Vater Unser“ beten: „Unser täglich Brot gib uns heute“, dann sind wir auch vor Gott in der Verantwortung, aus unserem Überfluss denen etwas abzugeben, die oft das Nötigste nicht haben. Das kann im Gottesdienst am Erntedanktag geschehen.

Herbstzeit ist Reifezeit. Im November kommen die Sonntage, die daran erinnern, dass auch wir Menschen heranreifen in unserem Leben: Volkstrauertag – Ewigkeitssonntag, im Volksmund auch Totensonntag, an denen wir uns der Gestorbenen der Kriege und des vergangenen Kirchenjahres erinnern. Wir werden an unsere eigene Sterblichkeit erinnert. Was wird die Frucht unseres Lebens sein? Sind wir bereit für die Ewigkeit? Können wir Gott gegenübertreten, wenn er uns aus dem Leben ruft? Können wir innerlich überhaupt diese Gedanken zulassen oder verdrängen wir sie lieber?

Gott schenkt uns unser Leben und alles, was wir zum Leben brauchen. Wir sollen es dankbar aus seiner Hand nehmen und genießen. Wir sollen ihn aber als den Schöpfer und Herrn unseres Lebens darüber nicht vergessen. Im Hören auf sein Wort, in der täglichen Verbindung mit ihm im Gebet, in der Gemeinschaft derer, die an ihn glauben, kann unser Leben reifen und Frucht bringen.

Das wünsche ich Ihnen. =>nach oben


Im Lebenshaus auf Lebensreise

Ich vermute, sie sind genauso verblüfft, wie ich es war, als ich das Bild zum ersten Mal sah!
Da sind drei Dinge zusammen, die irgendwie nicht zusammen passen: Eine Autobahn, ein Haus auf einem Lastwagen, der Lastwagen auf der Brücke. Dann dachte ich: Es ist ein Bild für unser heutiges Lebensgefühl: Alles geht rasend schnell. Wenn man sich beruflich nicht ständig auf der Höhe hält, ist man schnell außen vor. Alles hat sich beschleunigt. Wer nicht mitmacht, kommt nicht mit. Mit dem Leben ist es heute wie auf der Autobahn.
Wir brauchen aber auch ein Zuhause und Geborgenheit; Räume, wo wir uns wohl fühlen und einrichten können. Niemand kann nur mit ständigen Veränderungen und mit Stress leben. Wir müssen auch einmal Ruhe finden können, zuhause sein, etwas haben, wo wir wir selbst sein können. Einen Ort, wo wir sicher sind.
Aber ist das möglich? Sind wir nicht oft gezwungen, uns auf den Weg zu machen mitsamt unserem Lebenshaus? Übersteht das die Fahrt? Das Haus auf der Brücke wirkt zerbrechlich. Ein Haus, das fest auf einem Fundament steht, vermittelt uns größere Sicherheit. Können wir überhaupt das Haus unseres Lebens so durch unseren Alltag transportieren? Gibt es für uns noch diese Geborgenheit? Trägt die Brücke? Kommen wir gut und unbeschädigt am Ziel an?
Nicht nur im Blick auf unser Lebensgefühl im Alltag, viel stärker noch im Blick auf die Reise, die wir nach der uns geschenkten Lebenszeit antreten, besteht bei vielen Unsicherheit. Trägt das, was ich glaube? Besteht die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod zu Recht? Worauf kann ich mich verlassen? Was ist richtig und wahr im Blick auf das Leben nach dem Tod?
Als Jesus kurz vor seinem Tod von seinen Jüngern Abschied nahm, wollte er sie auf die umstürzenden Ereignisse vorbereiten, die ihren Glauben zu erschüttern drohten. Monate und Jahre waren sie nun ständig bei ihm gewesen und mit ihm gegangen, hatten sich ganz auf ihn eingelassen, mit ihm in enger Gemeinschaft gelebt. Sie hatten ihm ihr ganzes Vertrauen geschenkt und ihre Hoffnungen auf ihn gesetzt. Doch nun sollte für sie alles zu Ende sein. Die drohende Gefangennahme, die Verurteilung und die Hinrichtung am Kreuz stellte alles in Frage. Woran sollten sie sich jetzt orientieren, was gab ihnen jetzt Halt, wo er nicht mehr als ihr Lehrer unter ihnen war? Der Boden schien unter ihren Füßen ins Wanken zu geraten. Würden sie ihren Glauben in dieser Situation bewahren können? Ihn in die Zeit hinüber retten können, wo sie ohne Leitung und den Schutz von Jesus leben mussten? Würde die Brücke in die neue Zeit tragen?
Da hinein sagte Jesus ihnen (Johannesevangelium 14,1-6):

Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn’s nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten? Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wieder kommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin. Und wo ich hingehe, den Weg wisst ihr. Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht, wo du hingehst; wie können wir den Weg wissen? Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.

Jesus macht damit deutlich:

  1. Es besteht kein Grund zur Panik: der Glaube trägt. Gott ist zuverlässig.
  2. Es gibt für uns ein himmlisches Zuhause, das Jesus für uns vorbereitet.
  3. Jesus möchte, dass wir an dem teilhaben, was er hat und dass wir dort sind, wo er ist.
  4. Das Ziel für Jesus und für uns ist Gott, der Vater, im Himmel.
  5. Jesus selbst ist der Weg dorthin. Ihn zu gehen heißt, Jesus im Leben und im Tod zu vertrauen.
  6. Der Tod, den Jesus zur Vergebung unserer Sünden stirbt, öffnet den Weg zum Vater.
  7. Der Tod ist nicht das Ende, sonder ein Übergang zum Leben bei Gott.
  8. Allein Jesus gibt uns hier die nötige Gewissheit, ans Ziel zu gelangen.
  9. Jesus lebt. Wir sind hier nicht allein. Unsichtbar ist er bei uns.
  10. Im Vertrauen darauf können wir uns im Leben auf den Weg machen und auch im Letzten geborgen sein.

Das ist die gute und tragfähige Botschaft, die wir haben. Dass Sie von ihr erfasst und getragen werden, wünsche ich ihnen. =>nach oben


Zeit der Engel

Wie kaum in einer anderen Zeit begegnen uns in der Weihnachtszeit Engel. In der damaligen DDR, die ja versuchte das Christentum zu überwinden und zu unterdrücken, kam man besonders in der Weihnachtszeit um die Engel nicht ganz herum. Zu präsent waren sie im Kunstgewerbehandel aus dem Erzgebirge, in der christlichen Kunst, Musik und Tradition. So versuchte man, sie umzudeuten und ihnen den biblisch-christlichen Hintergrund zu nehmen, indem man sie in „Jahresend-Flügelpuppen“ umbenannte. 15 Jahre nach dem Fall der Mauer ist das nur noch ein Lächeln wert. Heute stehen Engel wieder hoch im Kurs. Eine ganz neue Literatursparte ist in den letzten Jahren entstanden, die sich mit den Engeln beschäftigt. Der am meisten von Eltern gewählte Taufspruch für ihre Kinder heißt: „Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.“ (Psalm 91,11). Man rechnet heute wieder mit Engeln. Woher aber kommen die Engel, warum treten sie besonders in der Weihnachtszeit auf ? Was hat es mit ihnen wirklich auf sich ?
Engel sind in der Bibel Boten Gottes, die zur himmlischen Sphäre Gottes gehören und zumeist beauftragt werden, den Menschen außergewöhnliche Ereignisse anzukündigen, sie darauf vorzubereiten und ihnen beizustehen. So kommen Engel im Neuen Testament vor allem in der Weihnachtsgeschichte vor: das außergewöhnlichste Ereignis, dass Gott in Jesus zu uns Menschen kommt, ja selbst Mensch wird, wird von Engeln vorbereitet und begleitet. Der Maria wird es angekündigt durch den Engel mit Namen Gabriel, der Engel des Herrn verkündigt den Hirten auf den Feldern Bethlehems die Geburt des Messias, die himmlischen Heerscharen der Engel stimmen einen gewaltigen Lobgesang an, ein Engel erscheint Joseph im Traum und bewegt ihn zur Flucht nach Ägypten. Engel werden dabei als starke, eher männlich anmutende Wesen beschrieben. Dass sie Flügel haben, wird nur von den Cheruben und Seraphen im Alten Testament erwähnt, die einen ganz besonderen Dienst in der Gegenwart Gottes verrichten.
Was bedeuten uns die Engel? Gehören sie nur zum weihnachtlichen Ambiente? Oder haben sie wirklich eine Bedeutung für uns? Denn wohl kaum einer hat einen Engel persönlich gesehen. Engel sind scheinbar unscheinbar. Genau das ist ihr Dienst. Sie traten nie in den Vordergrund. Sie haben kein Interesse, selbst wahrgenommen zu werden. Sie verweisen nur auf das, was sie anzukündigen, vorzubereiten und zu begleiten haben. Wenn ihr Auftrag erledigt ist, verschwinden sie. So sollen auch die weihnachtlichen Engel uns ganz auf das Eigentliche, auf die außerordentliche Geburt verweisen: „Schaut, was euch da von Gott geschieht. Nehmt das neu wahr. Lasst euch wie die Hirten in Bewegung setzen. Öffnet euch neu dieser guten Nachricht und nehmt sie zu Herzen.“ Das ist es, was damals ihr Ziel und Auftrag war und was sie uns bis heute vermitteln wollen. Lassen wir uns also von den Engeln in der Weihnachtszeit hinweisen auf das, was damals für uns geschah und noch heute für uns gilt: „Euch ist heute der Retter geboren!“ Lassen wir uns neu einstimmen in den großen Lobgesang des Engelchores zu Ehren Gottes. =>nach oben


Was unserer Seele gut tut

Unsere Seele ist ein sensibles Wesen. Sie bildet die Schnittstelle zwischen der geistigen und der körperlichen Sphäre unseres Menschseins. Was wir geistig aufnehmen, setzt sich in Gefühle um, die wir körperlich spüren: Glück, Wohlbehagen, Freude, manchmal Stolz – aber auch Angst, Unbehagen, Sorge, Trauer, Niedergeschlagenheit. Entscheidend für unsere Seelenlage ist also, was wir gerade aufnehmen, aber auch, wie wir es verarbeiten. Hier haben Menschen, die aus einer lebendigen Beziehung und aus tiefem Vertrauen zu Gott leben, einen großen Vorzug: sie machen zwar weithin die gleichen Erfahrungen wie andere Menschen auch, können diese Erfahrungen aber besser verarbeiten. Weil sie um Gott als den Urgrund ihres Lebens und Seins wissen, vertieft dies die Momente des Glücks zu großer Dankbarkeit. In Trauer wissen sie sich gehalten und getragen von einer Hoffnung, die stärker ist als Leid und Tod. In Ängsten und Sorgen haben sie das Gebet zu Gott, der größer ist als die Bedrohung ihres Daseins und der Geborgenheit schenkt. Sie leben selbst von der Vergebung der Schuld und täglich aus der Barmherzigkeit Gottes. Darum können sie anderen vergeben, barmherzig begegnen und so zum Frieden beitragen.
Im Psalm 103 wird die eigene Seele aufgefordert, das Leben aus dieser Gottesbeziehung immer wieder neu zu realisieren und dem Vergessen zu entreißen:

Lobe den HERRN, meine Seele,
und was in mir ist, seinen heiligen Namen!
Lobe den HERRN, meine Seele,
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:
der dir alle deine Sünde vergibt
und heilet alle deine Gebrechen,
der dein Leben vom Verderben erlöst,
der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit,
der deinen Mund fröhlich macht,
und du wieder jung wirst wie ein Adler.

Tun sie ihrer Seele doch Gutes: machen Sie sich diese Psalmworte zu eigen. Setzen Sie ihr Vertrauen auf Gott und leben Sie neu aus dem Zupruch seines Wortes. Lassen Sie ihre Seele singen und Gott die Ehre geben. =>nach oben


Reich beschenkt

Wir sind reich beschenkt. Nicht nur, weil es uns immer noch im Vergleich zu vielen Ländern der Erde unglaublich gut geht. Obwohl Menschen dort ja oft viel glücklicher und zuversichtlicher sind als wir im deutschen Jammertal. Wir sind reich beschenkt, weil wir durch Jesus Gott zum Vater haben, den Schöpfer und Erhalter der Welt, der für uns da ist. Zu dem wir kommen und beten dürfen. Reichtum lässt sich nicht nur in Euro und Dollar messen, sondern Jesus lehrt uns die Augen auf zu machen und zu sehen, wie reich Gott uns schon beschenkt hat in seiner Schöpfung, zu der wir selbst auch gehören. Er sagt im Matthäusevangelium 6,28-30:

Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen:
sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht.
Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit
nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.
Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet,
das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird:
sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen?

Gott schenke Ihnen einen neuen Blick für seinen Reichtum. =>nach oben


Die Wirklichkeit der Auferstehung

Der bekannte Schriftsteller Heinrich Böll stellte in einer Fernsehdiskussion einmal die Frage: „Hätte ich, wenn ich dabei gewesen wäre, die Auferstehung oder den Auferstandenen fotografieren können?“ Mit dieser Frage erregte er den Unwillen der an der Diskussion beteiligten Theologen. Für diese war eine solche Frage unangemessen.
Aber warum eigentlich? Steckt doch hinter der Frage Bölls ein natürlicher Realitätssinn, der sich im täglichen Leben ständig bewährt. Sollte dieser Realitätssinn hier plötzlich nicht mehr gelten? Es verbirgt sich dahinter doch die Frage nach der Wirklichkeit der Auferstehung: hat sich das, was wir die Auferstehung von Jesus nennen, nur in den Köpfen seiner Anhänger abgespielt? Oder ist die Auferstehung etwas gewesen, was sich wirklich ereignet hat? Wissenschaftlich ausgedrückt: ist sie nur psychologisch oder auch empirisch zu verstehen?
Die von Böll gestellte Frage lässt sich ohne genaueres Nachdenken nicht beantworten. Nehmen wir also einmal an, wir hätten solch ein Foto von dem Auferstandenen in den Händen – mag es aussehen, wie es wolle. Was hätten wir damit gewonnen? Vielleicht wäre solch ein Foto ja für eine kleine wissenschaftliche Sensation gut – für mehr wohl nicht. Schnell würde man wieder zur Tagesordnung schreiten. Einige Menschen würden das Foto vielleicht wie das Turiner Grabtuch, von dem gesagt wird, dass es den Leichnam Jesu eingehüllt haben soll, als Beweis für die Richtigkeit des christlichen Glaubens ansehen. Andere würden es dagegen mit Sicherheit in Zweifel ziehen. Nichts ließe sich damit letztlich entscheiden oder bewegen.
Die Auferstehung von Jesus und seine Erscheinungen selbst lösten dagegen offenbar damals sehr viel aus. Denn daraus entstand eine Bewegung, die bis heute um die ganze Welt geht. Aus ängstlichen Anhängern, die durch den Tod ihres Lehrers völlig eingeschüchtert und entmutigt waren, wurden mutige Zeugen seiner Auferstehung. In ihren Gottesdiensten riefen die ersten Christen Jesus als ihren Herrn an, der für sie durch seine Auferstehung gegenwärtig und lebendig war. Sie hatten die Kraft, nach seinen Worten zu leben, ja sie waren sogar bereit, in Verfolgungen dafür in den Tod zu gehen. Die Zahl derer, die sich zu Jesus hielten und überzeugt waren, dass er lebt und die Geschicke dieser Welt in seiner Hand hat, nahm immer mehr zu.
Heute gibt es bei uns wie auf der ganzen Welt viele Millionen Menschen, die an Jesus Christus als den für sie Gekreuzigten und Auferstandenen glauben und auf ihn in ihrem Leben vertrauen. Für sie ist klar: „Weil Jesus auferstanden ist und lebt, wissen wir, dass mit dem Tode nicht alles aus ist. Wir erwarten mit Gewissheit auch für unser eigenes Leben eine Auferstehung aus dem Tode und ein ewiges Leben.“
Wie kommen diese Menschen dazu und was hat sie – vielleicht ja auch uns – überzeugt? Etwa eine rein verstandesgemäße Argumentation, wie sie mit einem Foto von der Auferstehung durch Heinrich Böll angestrebt wird?
Fragt man bewusste Christen, so führen sie vielleicht einiges an, was mit ihrem Lebenslauf verknüpft ist, zum Beispiel die Erziehung im christlichen Glauben durch die Eltern, oder einschneidende Erfahrungen in ihrem Leben, in denen ihnen der Glaube erschlossen wurde. Jedoch auch sie können letztlich nur sagen: „Es ist für mich eine Wirklichkeit, die ich nicht begründen kann. Sie ist da, aber ich kann sie nicht demonstrieren oder beweisen. Ich habe erfahren, dass das Zeugnis eines anderen Menschen von Jesus Christus oder ein Wort der Bibel für mich wahr wurde. Mir ging die Wahrheit und Wirklichkeit Gottes einfach auf. Ich schenkte dem Wort Gottes mein Vertrauen und ließ mich darauf ein. Dass Jesus auferstanden ist, ist für mich jetzt ganz selbstverständlich und bestimmt mein Leben.“
Das, was die Menschen von der Wirklichkeit der Auferstehung, wie sie eben beschrieben wurde, seit je überzeugt, ist nach der Bibel Gott selbst durch seinen Heiligen Geist. Er wirkt durch sein Wort an uns. Martin Luther beschreibt das in seiner Erklärung des Glaubensbekenntnisses so:

„Ich glaube, dass ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesus Christus, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann; sondern der Heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiligt und erhalten: gleich wie er die ganze Christenheit auf Erden beruft, sammelt, erleuchtet und bei Jesus Christus erhält im rechten einigen Glauben…“

Diese Erfahrung steht jedem Menschen offen. Gottes Geist wirkt auch heute durch sein Wort. Es lohnt sich deshalb, sich auf die Bibel in seinem Leben einzulassen und sich zur Gemeinde zu halten.
Wenn also die Wirklichkeit des Auferstandenen nicht in erster Linie auf der Ebene des rein Verstandesmäßigen erfahren wird: welchen Sinn und Nutzen hat dann die Frage, die Heinrich Böll stellte? Was liegt dann daran, ob die Auferstehung von Jesus sich feststellbar ereignete oder nicht?
Nach den Zeugnissen der Evangelien ist es ein Tatbestand, dass seine Auferstehung nicht abseits sinnlicher Erfahrung erfolgte, sondern mitten in unserer Welt geschah. Das bedeutet: sie geschah nicht nur rein geistig, sondern körperlich; gewiss: nach den biblischen Zeugen in einer anderen Körperlichkeit als der, die wir kennen – aber mitten in dieser Welt und den Sinnen zugänglich.
Übrigens: Es gibt zwar kein Foto von der Auferstehung Jesu, aber den von der Auferstehungsbotschaft der Evangelien nicht zu lösenden historischen Hinweis, dass das Grab, in dem Jesus lag, am dritten Tag leer und der Leichnam nicht aufzufinden war. Die körperliche Auferstehung von Jesus ist für mich die einzige verstandesmäßig wirklich befriedigende und vernünftige Erklärung. Alle anderen Erklärungen halten unvoreingenommener historischer Überprüfung nicht stand. (Ostern 1994) =>nach oben


Gut ankommen !

„Melde dich, damit wir wissen, ob du gut angekommen bist!“ geben wir unseren Kindern mit, wenn sie eine weite Fahrt unternehmen.

Advent heißt „Ankunft“ und erinnert daran, dass Gott uns Jesus, seinen Sohn, schickt. Der Vater im Himmel möchte, dass er gut bei uns ankommt. Deshalb bereitet er sein Volk Israel auf dessen Ankunft vor. Er macht sein Vorhaben schon lange vorher bekannt. So leben die Menschen damals in der Erwartung, dass Gott den Messias und Retter senden wird. Dann wird es Weihnachten. In der Bibel heißt es:

„Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau“ (Galaterbrief 4,4).

Als Kind in der Krippe ist der Sohn bei uns angekommen.

Ist er gut bei uns Menschen angekommen ? Das ist die wesentliche Frage, die Gott interessiert. Es ist dabei ziemlich egal, ob wir Jesus größtmöglichen Komfort oder nur das Geringe anbieten können, was wir gerade haben. Er kam ja schließlich in einem Stall zur Welt und nicht in einem Palast. So war das auch später: wer immer ihn aufnahm oder einlud, zu dem kam Jesus gerne. Er machte keine Unterschiede. Er fühlte sich wohl bei den Menschen, die mit ihm aßen und tranken, lachten und weinten. Diese Menschen nahm er in seine Gemeinschaft mit Gott dem Vater hinein. Nicht nur Jesus wurde von Menschen aufgenommen, sondern auch diese sind durch Jesus innerlich zu Gott gekommen – sie sind bei ihm gut angekommen. Denn sie bekamen die Gewissheit, dass sie durch ihn zu Gott gehörten. Andere Menschen begegneten Jesus mit Misstrauen und Skepsis. Bei ihnen konnte Jesus nicht heimisch werden.
So heißt es von Jesus:

Er kam in seine eigene Schöpfung, doch seine Geschöpfe, die Menschen, wiesen ihn ab. Aber allen, die ihn aufnahmen und ihm Glauben schenkten, verlieh er das Recht, Kinder Gottes zu werden.“ (Johannesevangelium 1,11-12 nach der Übersetzung: Gute Nachricht)

Das gilt auch uns heute im Advent:
Gott möchte, dass Jesus bei uns gut ankommt, damit auch wir bei Gott gut ankommen!Wer ihn herzlich aufnimmt, bei dem kehrt er ein. Und wer ihm im Glauben die Tür öffnet, der ist bei Gott zu Hause, der ist Gottes Kind. (zum Advent 2010) =>nach oben

Sommer, Ferien, Urlaub …

Wie schön ist es im Sommer, die Sonne zu genießen und Wärme zu tanken.
Wie schön ist es in den Ferien Zeit zu haben, etwas anderes zu erleben.
Wie schön ist es, im Urlaub einmal alles um sich herum zu vergessen, abzuschalten vom Alltagsstress, zur Ruhe zu kommen und neue Kräfte zu sammeln.
Der Urlaub ist für viele Menschen so etwas wie die Tankstelle des Jahres. Im Urlaub können sie so richtig auftanken, neue Energien sammeln für die restliche zeit des Jahres, wo diese Energien gebraucht und verbraucht werden in den Anforderungen des Alltags und des Berufes. Wenn man mit neuer Energie dann wieder an die Arbeit gehen kann, geht vieles leichter von der Hand. Die Zeit des Urlaubs ist auch eine Gelegenheit, für das Leben im Alltag eine neue Orientierung zu finden, einmal Dinge neu zu überdenken, die uns im Getriebe des Alltags zur ungefragten Gewohnheit wurden, die sich auf Dauer aber zerstörend in unserem Leben und Zusammenleben auswirken. Der Urlaub ist auch eine Chance Gott neu zu begegnen: ein gutes geistliches Buch zu lesen, in einen Gottesdienst zu gehen, die Bibel und das Gebet neu zu entdecken. Es ist gut, sich darauf zu besinnen, dass unser Leben und unsere Kraft letztlich von Gott kommt. Es ist gut, wenn wir neu zur Dankbarkeit Gott gegenüber finden, dem wir ja alles, was wir sind und haben, verdanken:

Gedenke an den Herrn, deinen Gott; denn er ist’s, der dir Kräfte gibt. 5. Mose 8,18

(Im Sommer 1991) =>nach oben